28 Februar, 2026
Bookclub Nachlese zu "Maggie" von Katie Yee
28 Februar, 2026
Wenn gefühlter Frühlungsanfang und unser Bookclub zusammenfallen, dann ist das definitiv einer der schönsten Momente des Jahres - es hätte gar nicht schöner sein können.
Und es war ein richtig guter Austausch über unser Monatsbuch "Maggie" von Katie Yee. Das Buch, das so komplett anders ist als andere Bücher mit seinen losen Beobachtungen und Erzählungen, nicht einmal die Erzählerin hat einen Namen. Wir wollten am Ende uns noch überlegen, welchen Namen wir ihr geben würden und haben es dann doch vergessen, bzw. eigentlich gar nicht mehr gewollt - denn die Entscheidung der Erzählerin keinen Namen zu haben, wäre fast übergriffig gewesen nicht zu akzeptieren.
Im großen und ganzen hat uns die Geschichte überzeugt und wir fanden sie bereichernd - ein paar wenige sind nicht angekommen in dieser Geschichte. Allerdings hatten sogar auch diejenigen, denen das Buch gefallen hat, am Anfang Probleme durchaus hineinzufinden.
Und dies nicht nur aufgrund des ungewöhnlichen Erzählstils, sondern auch aufgrund der recht emotionslosen Erzählerin - obwohl sie bei all den Ereignissen doch hätte Emotionen zeigen müssen. Das empfanden wir im Laufe der Diskussion als ein gutes und gewolltes Stilmittel der Autorin, was vermutlich verdeutlichen sollte, wie wenig sie sich selbst wichtig genommen hat und wie sie dann doch im Laufe der Erlebnisse zu sich selbst findet (und dann sogar auch erste Emotionen zeigt).
Und in all diesen Snippets aus Drama und Krankheit empfanden wir die Freundschaft zwischen Darleen und ihr als großartig. Der einzige Mensch wirklich an ihrer Seite und die einzige Person, die über ihre Krankheit erfahren hat und mit ihr da auch durchgegangen ist.
Und eine spannende Anspielung im Buch kommt sehr beiläufig daher, denn Darleen kauft ziemlich am Anfang der Geschichte das Buch "Auf den Körper geschrieben" von Jeannette Winterson. Hier geht es um die Liebe der namenlosen Erzählerin - oder ist es doch ein Erzähler? - mit der verheirateten Louise, was an Intensität und Bedeutung alles bisher Gekannte überschattet. Als Louise jedoch nach nur kurzer gemeinsamer Zeit schwer erkrankt, gerät die gemeinsame Welt ins Wanken. Nur ihr verlassener Ehemann und Arzt kann sie retten, und ein existenzieller Kampf zwischen Liebe und Leben beginnt. Zu vermuten ist, dass diese Auswahl eines mittlerweile Klassikers kein Zufall war - das zu klären bedarf aber vermutlich einer weiteren Runde. ;)
Wir stimmen in diesem Jahr ab über unser Monatsbuch - hier seht ihr schon einmal das gestrige Ergebnis unserer Teilnehmenden vor Ort.
Wenn ihr das Buch auch gelesen habt und abstimmen möchtet, dann könnt ihr dies unter diesem Link: Zur Abstimmung